Sonntag, 16. Dezember 2018
Notruf: 112

Was passiert bei einem Notruf?

In unserem anderen Beitrag haben wir veranschaulicht, welche Zeiten von Brandentstehung über den Notruf bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte an der Einsatzstelle vergehen. Hier wollen wir Ihnen zeigen, was für Sie unsichtbar im Hintergrund abläuft, wenn ein Notruf getätigt wird.

Eingang des Notrufs in der Integrierten Leitstelle (ILS)



Wenn Sie bei der 112 anrufen, werden Sie zur nächsten Leitstelle verbunden. In diesem Fall zur ILS Landshut. Dort nimmt ein Disponent Ihren Notruf entgegen. Vom Einsatzleitrechner wird anhand der von Ihnen gemeldeten Daten das Einsatzstichwort ermittelt. Ausgehend von diesem Stichwort werden die benötigten Einsatzkräfte ermittelt. Jedes Stichwort ist im Einsatzleitrechner mit bestimmten Einsatzmitteln hinterlegt (z. B. wie viele Atemschutzgeräte mindestens benötigt werden). Ausgehend von der Verfügbarkeit der angeforderten Einsatzmittel werden die entsprechenden Feuerwehren, Rettungsdienste und Polizeieinheiten automatisch alarmiert.

Die Integrierte Leitstelle Landshut ist zuständig für die Rettungs- und Feuerwehralarmierung im Bereich des Zweckverbands für Rettungs- und Feuerwehralarmierung Stadt Landshut, Landkreis Kelheim, Landkreis Landshut und Landkreis Dingolfing-Landau.

Vorwahl- und gebührenfrei erreicht man seit Juni 2008 unter der Notrufnummer 112 im Zweckverbandsgebiet die Integrierte Leitstelle Landshut. Hier werden Hilfeersuchen von kompetenten Disponenten entgegengenommen und umgehend die entsprechenden Hilfsmaßnahmen eingeleitet.

Alarmierung der benötigten Einsatzmittel

Sobald der Einsatzleitrechner die automatische Alarmierung startet, werden die so genannten Piepser aktiviert und spielen einen Alarmton ab.
Unsere Kameraden tragen diesen stets bei sich und werden zusätzlich über Handy alarmiert. Dies dient der Ausfallsicherheit, falls ein Gerät den Alarm nicht empfangen sollte. Gleichzeitig ertönen ebenso die Dachsirenen der Umgebung.


                                                

Anfahrt der Einsatzkräfte zum Gerätehaus

Da viele unserer Mitglieder zu weit von der Feuerwache entfernt wohnen, um bei einem Einsatz zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu kommen, fahren viele mit dem Auto. Für andere Verkehrsteilnehmer ist jedoch nicht ersichtlich, warum ein PKW recht zügig unterwegs ist. Für diesen Fall haben viele unserer Kameraden einen Dachaufsetzer. Dies ist eine gesetzlich zugelassene Kennzeichnungsmöglichkeit für unsere Kräfte. Sollte Ihnen ein so gekennzeichneter PKW begegnen, bitte gewähren sie ihm Vorrang. Gerade bei Bränden und Rettung von Menschenleben ist höchste Eile geboten.

Ankunft am Gerätehaus

Sobald die Feuerwehrleute am Gerätehaus angekommen sind, ziehen diese in der Umkleide ihre Persönliche Schutzausrüstung an. Der Gruppenführer informiert sich anschließend über das Alarmfax und das Alarmdisplay über die Einsatzlage.
Sobald dann das erste Fahrzeug voll besetzt ist, rückt es aus und meldet bei der Leitstelle Status 3 -"Ausgerückt".

Alarmfahrt

Laut §38 StVO sind wir verpflichtet, zu jeder Zeit mit Blaulicht und Martinshorn zum Einsatz zu fahren. Nur dann dürfen wir unsere Wegerechte nutzen. Oft gibt es Probleme durch zugeparkte Straßen oder Feuerwehrzufahrten. Bitte beachten Sie, dass unsere Fahrzeuge, insbesondere die Drehleitern, länger und breiter als ihr eigener PKW sind. Wo sie mit Ihrem PKW gerade so noch durchfahren können, ist für unsere Löschfahrzeuge Endstation. Hierbei geht wertvolle Zeit verloren. Achten Sie also darauf, dass die Fahrbahn mindestens 3 Meter Durchfahrtsbreite aufweist und parken Sie nicht in Feuerwehrzufahrten oder in engen Kurven. So tragen Sie dazu bei, dass die Feuerwehr ohne Probleme zum Einsatzort anfahren kann.


Während der Einsatzfahrt rüstet sich bei einem Brandeinsatz der Angriffstrupp mit schwerem Atemschutz aus und der Gruppenführer informiert sich bei der Leitstelle über die aktuelle Lage soweit bekannt. Ebenso wird von der Mannschaft die Zeit genutzt, sich etwas zu beruhigen und einen klaren Kopf zu bekommen.

Ankunft am Einsatzort

Am Einsatzort angekommen meldet der Gruppenführer der Leitstelle Status 4 - "Am Einsatzort angekommen" . Der Gruppenführer führt daraufhin eine Lageerkundung durch. Nach der Erkundung gibt der Gruppenführer seine Befehle und die befohlenen Maßnahmen werden von der Mannschaft umgesetzt.

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